MARS II - Mittleres Artillerieraketensystem

Der Raketenwerfer MARS II vereint höchste Präzision mit größter Reichweite

Das MARS II ist die europäische Weiterentwicklung des Anfang der 80iger Jahre von den 5 Partnernationen Deutschland, Frankreich, Großbritannien, USA und Italien entwickelten Basissystems MLRS, welches 1983 bei den US-amerikanischen Streitkräften eingeführt wurde.
Das Waffensystem, das von einer Lafette ungelenkte 230 mm Raketen verschießt, ist in einer Vielzahl von Nationen und NATO-Streitkräften eingeführt.

Ursprünglich konzipiert und optimiert auf die Bekämpfung großer Flächenziele unter den Bedingungen des Kalten Krieges, wurde das System an die deutlich geänderten Anforderungen der aktuellen und auch zukünftigen Bedrohungsszenarien in den Folgejahren angepasst und verbessert.

Seit über 25 Jahren im Dienst der Artillerietruppe
Das MLRS wurde in Deutschland ab 1990 unter der Bezeichnung MARS – Mittleres Artillerieraketensystem genutzt.

Das MARS war für die Konfliktszenarien im Rahmen der vernetzten Operationsführung ein wirksamer Partner für den allgemeinen, wie auch für den operativen Feuerkampf. Mit MARS können zielabhängig unterschiedliche Munitionstypen über Distanzen von 10 bis 40 km verschossen werden.

MARS II und die neue Munition GMLRS (Guided Multiple-Launch Rocket System)
Die Entwicklung und Beschaffung der GMLRS-Raketen erforderte eine Kampfwertsteigerung der MARS Werfer, welche nun unter dem Namen MARS II geführt werden. Dieses Zusammenspiel MARS II und GMLRS ermöglicht die hochpräzise Bekämpfung von Punkt- und Einzelzielen.

In Kooperation mit verschiedenen europäischen Herstellern führt KMW die Kampfwertsteigerung und Modernisierung inzwischen für mehrere Nationen durch:

  • Deutschland: von MARS auf MARS II
  • Italien: von MLRS auf MLRS improved
  • Frankreich: von MLRS auf Lance Roquette Unitaire (LRU)

                                                           

Die Kampfwertsteigerung umfasst folgende Einzelmaßnahmen:

  • Integration des europäischen Feuerleitsystems (European Fire Control System/EFCS) zum Verschuss von gelenkten Raketen (GMLRS)
  • Ersatz der hydraulischen Richtantriebe durch ein von KMW entwickeltes elektrisches Richtsystem (Electrical Launch Drive System/ELDS), das ein schnelleres Richten ermöglicht und den bisherigen Wartungs- und Instandsetzungsaufwand gegenüber dem hydraulischen System reduziert.
  • Einbau einer neuen vollautomatischen und ozonfreien Feuerlöschanlage für den Motorraum.
    Sie ermöglicht eine automatische Brandüberwachung und Brandbekämpfung, auch bis 24 Stunden nach Abschaltung des MARS II Werfers. Dieses Nachrüstungspaket wird, im Unterschied zu den beiden anderen Kampfwertsteigerungsmaßnahmen, nur in Deutschland und Italien genutzt.


Derzeit werden die beiden GMLRS Varianten UNITARY (Sprengkopf) und SMArt (Suchzünder Munition Artillerie) vom Feuerleitsystem des MARS II unterstützt. Weitere Munitionstypen befinden sich in der Entwicklung.

Das MARS II bildet zusammen mit der gelenkten Artillerierakete GMLRS UNITARY ein System, um mit der erforderlichen Präzision und einer überragenden Reichweite von > 70 km unter nahezu allen Bedingungen die Aufgaben mit der gewünschten Wirkung zu erfüllen.

  • Feuerkraft: Hohe Kadenzen (12 Flugkörper in ca. 60 sec.) mit zahlreichen Raketentypen und zielabhängiger, optimierter Submunition.
  • Vielseitigkeit: Breites Einsatzspektrum durch große Munitionsbandbreite mit Reichweiten von > 70 km
  • Mobilität: Exzellente Mobilität mit großer Reichweite und der Fähigkeit zum schnellen Stellungswechsel (Shoot & Scoot).